Mi

22

Dez

2010

Pimp Your Event -mit XING

XING ist als Netzwerk-Plattform nicht unbedingt die dynamischste, wird in Teilen der digitalen Bevölkerung jedoch als seriöser als Facebook wahrgenommen - vermutlich weil auf XING weniger Privates mit Professionellem vermischt wird, vielleicht aber auch, weil XING bislang nicht durch undurchsichtige AGB oder Datenschutzmissbrauchsverdacht aufgefallen ist.

 

Nun ist meinem geschätzten Kollegen Moritz Avenarius bei der Planung eines Events, für die Moritz auch die Eventplanungsfunktionen der Plattform XING nutzte, folgendes aufgefallen:

Lädt ein Veranstalter potenzielle Gäste zu seinem XING-Event über XING ein, erhalten diese eine E-Mail mit der Einladung. Je nach Reaktion des Eingeladenen werden sie auf XING auf der entsprechenden Event-Seite in die Kategorien "Ja" (bei zugesagter Teilnahme), "Nein" (bei aktiver Ablehnung der Teilnahme), "Vielleicht" (bei aktiver Unentschlossenheit) oder "Unbeantwortet" (bei Nicht-Reaktion auf Einladung) eingeteilt. Je nach Einstellungen des Veranstalters sind diese Kategorien öffentlich einsehbar. 

 

Ignoriert der Eingeladene die Einladung, ist er also dennoch Teil des Events in der Kategorie "Unbeantwortet". In diesem Moment kann der Veranstalter über seinen Teilnehmerstatus verfügen und beispielsweise ihn eigenhändig als Zusage listen. So geschehen in dem Experiment, das Moritz und ich zu diesem Anlass einfach mal durchspielten:

 

Ich erhielt die Einladung per e-Mail, ignorierte sie, Moritz trug mich als Teilnehmer ein und nichts weiter geschah. Ich erhielt keine Benachrichtigung, dass ich als zugesagter Teilnehmer für diese Veranstaltung bestätigt wurde.

 

Meiner Meinung nach öffnet dies einem potenziellen Missbrauch die Türen, denn es ermöglicht Veranstaltern, gewünschte (weil z.B. in der Branche prominente) Kontakte ohne ihr Wissen zu einer Veranstaltung hinzuzufügen, um weitere Gäste anzulocken.

 

Rückfragen bei XING dazu ergaben, dass dies kein Bug ist, sondern eine gewollte Erleichterung:

 

"In der Tat bekommt der Gast hierüber keine automatische Bestätigung. Grundsätzlich sollten die Gäste Ihren Status über die Eventseite selbst festlegen. Auch hier erfolgt keine weitere Bestätigung. Die Option, dass der Veranstalter dies manuell tun kann, haben wir eingefügt, damit dieser ggf. korrigierend eingreifen können, sollte ein Teilnehmer seinen Status einmal aus irgendwelchen Gründen nicht selbst setzen oder korrigieren können."

 

Meine nächste Anfrage, doch wenigstens eine Benachrichtigung zu aktivieren, damit der Gast weiß, welchen Teilnahmestatus er hat, begnetete der XING-Support zügig, aber nicht zu meiner Zufriedenheit:

 

"... können wir Ihnen an dieser Stelle nicht sagen, ob und wann
eine solche Funktion durch unsere Entwickler realisiert werden kann."

 

Der Twitter-Support von @XING_de hat sich des Themas zwar auch angenommen, als ich damit in die Twitter-Öffentlichkeit gegangen bin, jedoch sind lt. @XING_de die entsprechenden Ansprechpartner schon im Weihnachtsurlaub, mehr Infos gebe es wieder in 2011.

 

Selbst wenn Missbrauchsfälle bislang nicht bekannt wurden, möchte ich persönlich gern selber entscheiden, bei welchen Events ich als Teilnehmer erscheinen möchte oder nicht und werde an diesem Thema dran bleiben.

 

Was ist Eure Meinung dazu?

 

 

 

 

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Kommentare: 3

  • #1

    Ralf Hendel (Mittwoch, 22 Dezember 2010 20:29)

    Wirklich bemerkenswert.
    Meine bestätigten XING-Events landen über den Feed automatisch in meinem Google Kalender. Von dort werden sie in die Kalender meiner Frau und Kollegen weiter verteilt.
    Bin gespannt, ob XING das immer noch so relaxed sieht, wenn die ersten Leute ohne ihr Wissen in Events im Babylon oder dem netten Swinger-Club von nebenan gebucht werden...

  • #2

    Holger (Mittwoch, 22 Dezember 2010 23:21)

    Zum Glück - und das ist nicht ironisch gemeint - ist das Netz kein rechtsfreier Raum. Das macht zwar auch nicht jeden Bug zu einem Feature, dennoch würde ich hier nicht gleich den Untergang des Abendlandes ausrufen. Entspannen.
    Wer als Organisator sowas tut verliert schnell Reputation; wer meint mir unredliche Termine nachsagen zu müssen gewinnt eine Anzeige. Vielleich sollte, der aktuell im Urlaub weilende, Herr Vetter vom LawBlog.de sich der Sache mal annehmen...

  • #3

    Bernhard (Samstag, 23 Juli 2011 19:48)

    Würde mich ja mal interessieren, was aus dieser ganzen Sache mittlerweile geworden ist. Vielleicht magst du ja mal wieder etwas darüber berichten.

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